Oliver Haidt - War das nur ein Traum

Universal Music
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Family-Business. «Der Papa fährt mit mir zu den Auftritten, gemeinsam bauen wir die Technik auf und dann sitz er an den Reglern. Die Mama kümmert sich um den Fanshop? Gemeinsam machen wir das nun schon seit 20 Jahren so», sagt Oliver Haidt.

Nachsatz: «Früher war sogar noch die Oma mit dabei und eigentlich macht mich das sehr glücklich, wie wir als Familie zusammenstehen».

Oliver Haidt, Steirer und nicht nur von Berufs wegen mit Musik verbunden. In der Tat ist bei ihm die Verwandtschaft von Beruf und Berufung besonders stark ausgeprägt. Da war seit jeher der Wunsch Musik zu machen der sich bald in die Richtung hin entwickelt hat, einmal ausschließlich mit und von Musik leben zu können. Die Eltern akzeptierten, dass ihr einziger Sohn nicht die Landwirtschaft übernehmen wird und wie sich doch sehr früh zeigte, dass der Bub zu Talent auch noch Mut zum Risiko, einer gewaltigen Packung Leidenschaft zum Tun auch noch Ausdauer und Zielstrebigkeit mitbrachte, rückte die Familie zusammen und aus dem Walter Wilfinger wurde der Schlagersänger Oliver Haidt. Aus ihm heraus entwickelte sich im Laufe der Zeit der Songschreiber, der Produzent, der Labelbetreiber und somit jener Allrounder, der es mit seiner WIWA-Musik zu einem kleinen, feinen Faktor in der österreichischen Musikszene gebracht hat. Die WIWA-Familie - alles aus einer Hand.

«Das ist alles über die Jahre einfach gewachsen», sagt Oliver und die Art und Weise wie sich seine Karriere entwickelt hat, ist eigentlich a-typisch. Ganz zu Anfang stand ein großer TV-Auftritt und der Sieg beim bisher einzigen «Grand Prix des Schlagers». Das war 1998 und der Hype war schnell geboren. Doch Feuerwerke sind Momentaufnahmen und die verglühen schnell wieder und so wurde Oliver bald klar, dass man sich sein Publikum mit viel Leidenschaft erarbeiten muss. Ein Hit macht noch keinen Star. Der direkte Draht geht nur über Live-Auftritte und so steht er bis heute gut und gerne dreimal die Woche auf der Bühne. Die grossen TV-Shows, jene in denen immer dieselben Nasen zu sehen sind, gehen an ihm vorbei. «Ich bin in der glücklichen Lage samstags immer auf der Bühne stehen zu dürfen, da hätte ich gar keine Zeit», lacht er: Aber was wenn wirklich der Anruf kommt und die Kameras locken? «Dann muss ich mit mir selbst kämpfen, denn bereits zugesagte Auftritte abzusagen, das geht gar nicht. Ich bin den Menschen im Wort und Zusage ist Zusage», so Oliver und wie zur Bestätigung hüpft er mit einer Beinschiene am rechten Haxen zur Kaffeemaschine.

Herzblut und mehr gibt er für seinen Job. «Ach was, die Mama hat in der Nacht einen Anruf bekommen. Da hat sich ein Mädel in der Nachbarschaft spontan ein Lied von mir zu ihrer Hochzeit gewünscht. Ich war hundemüde und eben erst von einem Auftritt heimgekommen. Die Mama sagt: geh fahr hin, du machst ihr eine große Freude und ich bin dann doch nochmal raus und zu ihrer Feier gefahren. Weißt eh: Es soll ja doch der schönste Tag in ihrem Leben werden» Prompt bin ich da auf der Bühne umgeknickt und musste hinterher den Haxen in den Eiskübel stecken. Aber das vergeht wieder. So ist Oliver und genau das ist der Grund, weshalb er seit 2013 in Österreich Nummer 1 Alben abliefert ohne dass er grossartig in Fernsehshows auftritt. Oliver Haidt fliegt unter dem medialen Radar, aber damit auch direkt im Tiefflug über den Köpfen der Menschen und ist dabei sehr nah bei den Fans. Das Fundament seiner Karriere ist gewachsen und heute fest wie Beton. Radio? Schön wenn man gespielt wird, aber Dauergast auf den Plattentellern der DJs zu sein, das hat auch was. «Die Leute singen und tanzen zu meinen Liedern, was kann mir Besseres passieren», sagt Oliver und ergänzt glaubhaft: «Dafür bin ich ehrlich dankbar».

Werner Plüss