Vincent Gross – Interview

Universal Music
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Vincent Gross hat allen Grund zu staunen. 20 Jahre jung, gerade erst das Abi in der Tasche, das Psychologiestudium begonnen und plötzlich sprechen alle von ihm. Alle? Na, zumindest kennt ihn die gesamte Schweiz schon, seit er den Newcomer-Wettbewerb der SRF-Show „Hello Again“ gewonnen hat.

Als Vincent gerade mal in die erste Klasse geht, zeigt ihm sein grosser Bruder die ersten beiden Gitarrengriffe. Der Knirps ist angestachelt, bringt sich im Laufe der nächsten Jahre selbst die nächsten bei und spielt die Lieder seiner Idole nach. Er bewirbt sich zunächst beim Swiss Talent Award und ein Jahr später beim Nachwuchs-Wettbewerb der Schweizer Primetime-Show „Hello Again!“. Er überzeugt auf ganzer Linie und kann sich seinen Energieschub von damals nur noch so erklären: „Wenn ich für meine Fans singe, bin ich glücklich. Das weiss ich im Grunde auch schon lange, aber was ich unterschätzt habe und jetzt erst so richtig realisiere ist, wie viel Energie zu dir zurückkommt, wenn du Glück ausstrahlst. Das ist ein so starker Austausch und gibt unglaublich viel Kraft!“

Bessere Ausdrucks-Chancen in Deutsch

Nach Jahren der Performance ausschliesslich englischer Songs singt Vincent mittlerweile deutsch. „Ich hab mir nie vorstellen können, wie viele neue Möglichkeiten und bessere Ausdrucks-Chancen es gibt, wenn ich deutsch singe. Das ist doch meine Sprache! Also ist das für mich inzwischen völlig logisch und fühlt sich richtig an, mich auf Deutsch zu konzentrieren“. Seine TV-Performances von „Ohne dich“ (Münchner Freiheit) und „Tage wie diese“ (Die Toten Hosen), mit denen er mit Riesen-Abstand bei „Hello Again“ siegte, beeindrucken natürlich auch die Songwriterteams im deutschsprachigen Raum. Mit mehreren probiert sich Vincent aus, bis er in Stuttgart bei Jojo-Music, dem Produzenten Felix Gauder und dem Songwriter Oli Nova und Daniel Gramer seine musikalische Wahlheimat findet. Keine Angst vorm Schlager-Stempel? „Überhaupt nicht“, lacht Vincent, „erstens sind Felix und Oli einfach extrem gut und vielseitig. Und zweitens bin ich sowieso ein Grenzgänger. Im Pop-Schlager ist die positive Energie so ansteckend, dass sie mich nicht mehr loslässt – da bin ich zuhause“.

Joel Horlacher