Schlagerstars wehren sich gegen Veranstalter

Sängerin Monique erhebt Kritik gegen Luxory in Grenchen.
© Google Streetview / saengerin-monique.ch
Ausstehende Gagen und offene Betreibungen: Das Konzertlokal Luxory in Grenchen buche Konzerte, sage diese kurzfristig ab, bezahle die Gagen nicht und auch die Ticketkosten werden nur in Gutscheinen rückerstattet.

Die Stimmung ist aufgeheizt. Laut «Blick» sind mehr als 20 Künstlerinnen und Künstler aus der Schlagerszene von kurzfristigen Absagen und nicht bezahlten Gagen im Luxory in Grenchen betroffen. Diese wehren sich nun.

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Am 11. Oktober sollte die Schlagersängerin Géraldine Olivier im Luxory in Grenchen auf der Bühne stehen. Ihr Konzert wurde jedoch wegen zu wenig verkaufter Tickets auf unbestimmte Zeit verschoben. Sie erhielt weder die bereits entstandenen Spesen noch ihre Gage. Ende Oktober hat sie eine Betreibung gegen das Lokal eingereicht.

Auch weitere Künstlerinnen sind betroffen

Im Luxory werden immer wieder Konzerte aufgrund mangelnder Nachfrage abgesagt. Letztes Jahr waren es laut «Blick» rund zehn Konzerte. Die Ticketpreise werden den Fans als Gutscheine zurückerstattet und die Gagen und Spesen der Künstlerinnen und Künstler gar nicht erstattet – trotz vertraglicher Abmachung.

Auch die Sängerin Monique sollte am 20. Oktober im Luxory auftreten. Nur elf Tage vorher wurde das Konzert abgesagt. Es seien zu wenige Tickets verkauft worden. Gegenüber «Blick» erklärt sie: «Gemäss meinem Vertrag hätte mir der Veranstalter 75 Prozent meiner vereinbarten Gage bezahlen müssen. Doch das Geld kam nie». Auch auf ihre Mahnungen gab es keine Reaktion. Ein Betreibungsbegehren wurde vom Amt zurückgewiesen.

Betreiber wehren sich

Hinter Luxory stehen Charly Koller und sein Sohn Kevin. Diese bestätigen gegenüber «Blick», dass sie keine Gagen bezahlt haben. Sie seien sich bewusst, dass sie vertraglich gebunden seien. «Theoretisch müsste ich bezahlen, die Verträge sind klar», sagt Charly Koller. Nur: Er könne und wolle nicht. Er habe die Künstlerinnen und Künstler davor beschützt, in einer leeren Halle zu spielen. Es gehe heute immer nur ums Geld – wie es dem Veranstalter gehe, sei egal.

Wie geht es weiter?

Am 16. November legte der Veranstalter einen Rechtsvorschlag ein. Damit wird klar, dass das Lokal die Schuld nicht anerkennt und sich die Künstlerinnen und Künstler an ein Gericht wenden müssen, falls sie die Betreibungen weiterverfolgen wollen.

Nicht nur die Sängerin Monique und Géraldine Olivier sind von Vertragsbrüchen seitens Luxory betroffen. Auch Maja Brunner, Stefanie Hertel, René Ulbricht und weitere sind betroffen. Monique sei in Kontakt mit den anderen Betroffenen und prüfe nun das weitere Vorgehen.

veröffentlicht: 27. November 2023 11:14
aktualisiert: 28. November 2023 09:38